Meniskusriss – wenn der Stoßdämpfer Schaden nimmt

Beitragsbild Meniskusriss - Wenn der Stoßdämpfer Schaden nimmt - Sportlerin hält sich ihr Knie
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Meniskusriss – wenn der Stoßdämpfer Schaden nimmt

Der Meniskusriss ist eine der häufigsten Sportverletzungen, die oft mit stechenden Schmerzen im Kniegelenk beim Hinuntergehen (bergabwärts oder stiegenabwärts Gehen) verbunden ist. Die Menisken dienen im Knie als eine Art Stoßdämpfer zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel. Wenn sie bei Überlastung einreißen, können sich die freien Enden im Knie einklemmen. In diesem Fall entstehen dem Patienten Instabilitätsgefühl und erhebliche Schmerzen, welche durch eine arthroskopische Operation behoben werden können.

Der Meniskus – welche Funktion hat er in Ihrem Knie?

Im Kniegelenk sitzen zwei elastische halbmondförmige Gewebescheiben, die Menisken genannt werden. Unterschieden wird zwischen dem Innen- und dem Außenmeniskus: der größere, C-förmige Innenmeniskus, sowie der kleinere, fast kreisrunde und beweglichere Außenmeniskus. Diese flexiblen, sehr belastbaren Gelenkscheiben dienen als Stoßdämpfer, aber auch zur Stabilisierung und Entlastung des Kniegelenks. Sie stellen die Kongruenz zwischen dem kufenförmigen Oberschenkel und dem flachen Unterschenkel im Kniegelenk her und schützen den Gelenkknorpel, indem sie sich bei jeder Bewegung den Gelenkflächen anpassen und das Gelenk stabilisieren.

Schaubild von Innenmeniskus und Außenmeniskus

Entlastung heißt auch Belastung – manchmal zu viel!

Meniskusverletzungen zählen zu den häufigsten orthopädischen Krankheitsbildern. Patienten, welchen ein Meniskusriß zuteil wird,  leiden unter einer erheblichen Einschränkung ihrer Bewegungsfähigkeit und Mobilität. Jährlich werden um die 25.000 Meniskusriße in Österreich`s Spitälern behandelt.

Bei Meniskusrissen wird zwischen einem traumatischen und einem degenerativen Riss unterschieden. Eine degenerative Meniskusverletzung nimmt einen chronischen Verlauf und entwickelt sich oft über mehrere Jahre als Folge von langandauernder Überlastung und Gewebealterung. Der traumatische Meniskusriss hingegen entsteht plötzlich, oft infolge einer „falschen“ Drehbewegung unter Belastung. Das passiert häufig bei Sportarten, in denen „Stop-and-go-Bewegungen“ vorkommen, beispielsweise beim Fußball oder Basketball, aber auch beim Skifahren oder Tennis. Häufig ist schon eine leichte Schädigung bzw. Überlastung des Meniskus latent vorhanden, bevor er reißt. Beim Riss ist ein stechender Schmerz oder ein Schnappen zu verspüren, selten auch ein leises Knacksen zu hören.

Junge Sportlerin steht in Starthaltung auf einem Salzsee

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen macht sich ein Meniskusriss in stechenden Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Gelenks bemerkbar, etwa beim Stiegen hinuntersteigen oder Bergabgehen. Bestimmte Drehbewegungen oder längere Belastung verstärken die Symptome. Ein typisches Merkmal eines Meniskusrisses ist die „Blockierung“ des Knies, wenn kein Abwinkeln des Unterschenkels mehr möglich ist. In diesem Fall ist eine sofortige Entlastung des betroffenen Beines sowie eine Operation erforderlich um einen bleibenden schweren Knorpelschaden beim Zurückschnappen des Meniskus zu vermeiden. Suchen Sie bei solchen Beschwerden ohne Verzögerung Ihren Arzt auf, denn ein Verschleppen der Verletzung kann zu bleibenden Schäden am Gelenk führen.

Wie wird ein Meniskusriss festgestellt?

In meiner Ordination kann ich eine Basisdiagnostik mithilfe spezieller Meniskustests im Rahmen einer eingehenden klinischen Untersuchung durchführen. Um eine begleitende Knochenverletzung auszuschließen, kann zunächst ein Röntgen des Kniegelenks verordnet werden. Gelenkspaltverschmälerungen und andere typische Merkmale, die auf dem Röntgenbild sichtbar werden, geben erste Hinweise auf einen Meniskusschaden oder Knorpelverschleiß. Die Menisken selbst sind auf Röntgenbildern nicht zu sehen, daher ist die Methode der Wahl die Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomografie). Dieses liefert eine gute Darstellung der Menisken sowie der Risskonfiguration des allfälligen Einrisses bzw. sowie  eventueller Begleitverletzungen (Kreuzbänder, Seitenbänder, Knorpel).

Wie kann ein Meniskusriss therapiert werden?

Bei der Behandlung eines Meniskusrisses (je nach Ausmaß der Schädigung anhand spezifischer MRI-Bild-Kriterien) geht es einerseits darum eine rasche Schmerzlinderung zu erzielen sowie um die rasche Wiederherstellung der Mobilität also der kompletten Gelenkfunktion in diesem so wichtigen und komplexen Drehscharniergelenk.

Konservative Therapie:

Bei kleinen Meniskusläsionen (Einrissen und Ausfransungen), die keine oder kaum Beschwerden verursachen, kann eine konservative Therapie möglich sein. Dazu gehören die Verabreichung von Substanzen welche das Gleitverhalten des Meniskus am Knorpel verbessern („Knorpelaufbauspritzen“) sowie entzündungshemmender Substanzen in das Kniegelenk (ACP (autolog konditioniertes Plasma) oder Kortison) sowie – ganz wichtig – der Muskelaufbau zwecks besserer muskulärer Stabilisierung des Kniegelenkes mittels eine gezielter Physiotherapie. Begleitend kann beim Vorliegen von Abnützungserscheinungen am Kniegelenk eine MBST (Kernspinresonanztherapie) hilfreich sein. Entzündungshemmende sowie schmerzstillende Mittel lindern die akuten Beschwerden. Oft sind diese konservativen Maßnahmen – bei entsprechend milder Verletzung – lange Zeit erfolgreich.

Operative Therapie:

Bei Meniskusverletzungen mit regelmäßig auftretenden stechenden Schmerzen beim Bergabgehen, oder gar Einklemmung und „Gelenkssperre“ kann nur noch eine minimalinvasive arthroskopische Operation helfen. Alle Meniskuseingriffe werden von mir arthroskopisch (mit Schlüssellochtechnik) durchgeführt, verursachen also so gut wie keine Narben.

Dabei hängt es von der Art des Meniskusrisses ab, ob der Meniskus genäht werden kann oder ob er teilweise entfernt werden muss (sog. Meniskusteilresektion).

Schaubild des Meniskus

Degenerative Ruptur

Schaubild des Meniskus

Horizontalruptur

Schaubild des Meniskus

Lappen- oder Radiärruptur

Schaubild des Meniskus

Basisruptur oder Vertikalruptur

Heilungsverlauf nach der Operation eines Meniskusrisses

Der Meniskus besteht aus einem dichten Fasergewebe, ist aber weder von Nervenfasern durchwachsen, nur im äußersten Bereich ist er durchblutet. Das ist auch der Grund, warum ein Meniskusriss zunächst oft keine Schmerzen verursacht. Oft kommt der gerissene Teil auch durch die reflektorisch durchgeführte Schonhaltung im Kniegelenk nicht mehr unter Belastung und vermeintlich ist wieder „alles in Ordnung“. Die mangelnde Blutversorgung im Meniskus hat aber auch zur Folge, dass es bei gewissen Rißkonfigurationen zu keiner Spontanheilung mehr kommen kann.

Je nach Ausmaß des Meniskusschadens ist dieser in jedem Fall sehr gut behandelbar. Eine längere Rekonvaleszenz mit der vorübergehenden Notwendigkeit der Entlastung des betroffenen Beines mit 2 Stützkrücken ist lediglich bei Durchführung einer Meniskusnaht zu erwarten. In allen anderen Fällen ist umgehende Rückkehr in den Alltag und Beginn mit physiotherapeutischen Übungen schon wenige Tage nach der Behandlung üblich. Auch Rückkehr zur sportlichen Betätigung ist nach einer kurzen Schonphase rasch wieder möglich.

Wenden Sie sich bei stechenden Schmerzen im Kniegelenk sofort an mich um Folgeschäden im Kniegelenk zu vermeiden !

 

Akuttermine sind an jedem Ordinationstag verfügbar.

Dr. Johannes Gründler, Ihr Spezialist für Meniskusriss in Wien und Mödling.

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